KW 01 – KW 02

Neues Jahr, alter Vorsatz aus 2013 – Jeder Tag festgehalten in einem Bild, denn wenn es nicht mindestens eine Sache pro Tag gibt, die es wert ist festgehalten zu werden, läuft etwas falsch.

01.01. – 11.01.2015 in Bildern:

2014

2014 – deine Siebenmeilenstiefel.

Ich habe dieses Jahr bereits einen Uniabschluss gemacht & bin eine Festanstellung eingegangen. Ich hatte bereits zwei Dienstreisen, eine davon ins Ausland. Ich habe einem Kollegen erfolgreich einen Job vermittelt und meinem Bruder erfolgreich bei der Bewerbung geholfen. Ich habe einen neuen Erdenbürger begrüßt und einen ins Jenseits verabschiedet. Ich war bereits arm und verhältnismäßig reich. Ich war schon am Meer und im Asphaltdschungel. Ich habe das Semesterticket gegen das Fahrrad getauscht. Ich habe mein erstes eigenes Projekt abgeschlossen. Die Zeit ist bereits gerast und langsam zugleich vergangen. Dieses Jahr war bereits unendlich viel Kopfkarussell und jetzt haben wir erst Mai.

KW 47 – Ende

Am Ende ist die Puste ausgegangen, das Leben hat sich einmal um den Kopf gedreht und die Routine auseinandergerupft. Schön aber auch anstrengend zugleich. Und nun ist das Jahr wieder um und fast habe ich jeden Tag ein Foto gemacht. Halt nur zum Ende nicht so ganz. Hier der Rest ab dem 18.11. bis 31.12.13.

Jetzt aber nach vorne schauen, 2014 is  schon in da house! Vorsätze gibt es dieses Jahr keine, weil ich weiß, dass 2014 so einiges mit mir vorhaben wird. Ich bin gespannt auf alles, was da kommt.

About Neukölln (2006 – 2013)

Ich habe es dir am Anfang nicht gerade leicht gemacht, ich weiß. Es hat sehr lange gedauert, bis wir uns an einander gewöhnt haben, aber dann, als wir unsere Ecken an einander abgeschliffen haben, uns beide zusammengerissen haben, seitdem klappt das doch ganz ok, oder?! Ich nenn dich liebevoll “Taube”, auch wenn wir beide wissen, dass damit nicht so eine schöne weiße, sondern eine ranzige atzengraue gemeint ist.

Ich bin ja nicht freiwillig zu dir gezogen, als von Bars und Nachtleben verwöhnte Kreuzberg36Oranienstraßenkind war Neukölln immer bäh, der Hermannplatz war eine imaginäre Grenze, die Sonnenallee das Tor zum Pfui. Ja, so war das damals vor 2006. Verrückt was danach alles geschehen ist…

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Die ersten Freunde zogen ab 2002 “rüber”, als Kreuzbergerin schüttelte ich den Kopf “Verrückt oder was?!” fragte ich sie alle. Alle sagten dasselbe “Ach, geht schon – sooo schlimm ists gar nicht. Immerhin ne schöne Wohnung und günstig ist die auch!”. Ich rümpfte die Nase, “Ne, ich zieh hier nicht – NIEMALS *hehehehe*.” (wir alle kennen das Lied von Feivel der Mauswanderer?!).

Dann also doch, ich in Neukölln. Ja, haste komisch geguckt wa, als ich da plötzlich mit nem Umzugswagen unsere Grenze überschritten habe. Tja, was machen wir nun miteinander?! Was kannst du so? Was hast du mir zu bieten? Habe ich dich mehr als einmal gefragt. Manchmal murmeltest du was undeutlich zurück. Aber ach, ich schielte immer wieder rüber nach Kreuzberg, meinte sogar sowas wie Erleichterung zu spüren, wenn ich den Hermannplatz passierte, die Luft rieche plötzlich ganz anders und überhaupt, ist das hier bunter?! Ja, lachen wir heute zusammen drüber, ne?

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Irgendwann hast du dann begonnen dich immer mehr herauszuputzen. Zunächst hier ein erstes schniekes Haus, dann da noch eins. Man ging durch dich plötzlich ein wenig wunderlicher, irgendwas passierte hier. Samenbomben wurden über dich abgeschossen, Bars, Cafés und Galerien blühten auf einmal nacheinander auf. Am Hermannplatz und Rathaus Neukölln stiegen scharen von jungen Menschen ein und aus, huch, was los?!

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Ja, plötzlich warst du rotzige Schnute “Hip”, irre was? Das hier irgendwas nicht ganz in Ordnung ist habe ich das erste Mal so richtig realisiert, als Freunde AUS Kreuzberg NACH Neukölln zum “Feiern” kamen. “Bekloppt oder was?!” fragte ich. “Ne, hier geht voll was” antworteten sie. Hm. Ab dann war alles ein verrauchtes Gequetsche und Schieben, zerschellte Bierflaschen und Stimmengewirr bestimmen seitdem deine Nächte, hindern dich am schlafen, Neukölln.

So manches Mal war ich munter dabei, habe dich beschallert, mich in den Massen gewälzt und bin auf deinen Straßen getanzt. Aber ach, so richtig zufrieden war ich dennoch nicht. “Wie jetze?!” fragtest du mich, puckerte in mir drinne doch noch immer das Kreuzbergherz, du wusstest, du wirst immer nur zweite Wahl sein. “Ick hab mir voll schick gemacht und es reicht noch immer nicht? Geh doch!” sah ich da eine kleine Träne in deinen Augen? Nein, Neukölln heult nicht, Neukölln rempelt deine Schulter und geht an dir vorbei. Ich blicke dir seufzend hinterher.

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Und ja, ich gehe und lasse dich aufgemotzt zurück. Hinterlasse ich eine Mulde? Einen Abdruck? Irgendwas das zeigt, ich war hier?! Danke für die Mühen, kleine Taube. Bitte übertreibe es aber nicht mit dem Make-up, versprichst du mir das? Hie und da ein kleiner Pickel, das darf ruhig sein. Mein Platz ist auf der anderen Seite des Hermannplatzes, ich komm dich aber immer mal wieder besuchen, Berlinerinehrenwort.

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*Schulterknuffer* – Claire