#30DaysofClaire

VIER Wochen Sommerferien

Ich habe getrunken, geraucht, gelacht, getanzt, habe gesehen, entdeckt, habe Grenzen überschritten, gesungen, bin gelaufen, geklettert, geschwommen, habe geschwitzt & gefroren, wurde verführt & habe verführt, habe zugehört, geschrieben, gehadert, ich bin die alten Straßen lang gelaufen & habe mich in den Erinnerungen gesucht, ich habe geatmet & schaue noch immer zuversichtlich auf alles was da noch kommt.

Unordentlich

Re:Re:publica 2013

Puh, meine zweite Re:publica hinter mich gebracht und so viele Talks wie möglich mitgenommen, sprich: viel, viel Input & Inspiration. Wie bereits im letzten Jahr hat mich die Station als Veranstaltungsort rundum begeistert (You had me beim Geräusch der Hochbahn), die einzelnen Stages boten meiner Ansicht nach auch immer genügend Platz für alle Zuschauer und selbst, wenn man mal zu spät für einen Stuhl war, konnte man immer einen Steh- oder Anlehplatz ergattern.

Auflistung der gehörten Vorträge (als Videoverlinkung, sofern vorhanden):

Die Vorträge über Feminismus, Aktivismus, Netzneutralität, Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben, etc. würde ich am liebsten mit einem gebrüllten “EFFING JA VERDAMMT” abnicken und zur Tat schreiten. Gefreut habe ich mich vor allem über die feministischen Vorträge von Laurie Penny und Anne Wizorek, vor allem, da ihnen auf der größten Bühne auch entsprechend Raum und Geltung seitens der Konferenzorga entgegen gebracht wurde. Zu Annes Ausgangsfrage, “Was hat #Aufschrei gebracht” kann es natürlich nicht die Antwort geben und schon gar nicht kann man erwarten, diese auch noch fertig aus dem Vortrag mitzunehmen. Daher ist die Frage des Danachs eine Sache, die jede_r für sich selbst feststellen muss. Ich für meinen Teil würde mir wünschen, dass sich Männer stärker in die Diskussion einbringen und Sexismus auch als ihre Realität anerkennen. Denn auch wenn sie der Ansicht sind, nicht selbst aktiv Sexismus zu betreiben (wager O-Ton eines Gesprächs, das ich auf der Re:publica mitbekommen habe: “[…] Mich (= Mann) betrifft das alles gar nicht, mir ist das total egal ob da eine Frau oder ein Mann vor mir steht, ich behandel die nicht anders […]”) oder zu reproduzieren, müssen sie einfach anerkennen, dass jede Frau, mit der sie in ihrem Leben zu tun haben, Sexismus ausgesetzt ist. Somit muss er unweigerlich auch ein Teil des männlichen Bewusstseins werden. Indem Männer nicht nur (wie immer von der Gesellschaft auferlegt) auf die Frauen in ihrer Umgebung “aufpassen”, sondern insbesondere auf die Männer um sie herum acht geben und eingreifen, kommentieren, hinweisen. Sei es dass sie in einer gemischten/homogenen Runde einen Redner_in darauf hinweisen, dass jenes Kommentar nun unangebracht/sexistisch/scheiße/tbc. war. Denn natürlich ist es besonders einfach, Frauen als hysterisch oder empfindlich zu bezeichnen, wenn sie nun einmal in der Regel die Einzigen sind, die auf Sexismus hinweisen. An dieser Stelle auch noch einmal ein von Herzen kommendes DANKESCHÖN an Anne für einfach alles!

Besonders hervorheben möchte ich auch noch den Vortrag von Kate Miltner, die eine wissenschaftliche Untersuchung zu Cat Memes gemacht hat und diese wirklich super-sympathisch präsentiert hat. Ein bisschen heulen vor Lachen hat mir an diesem Tag wirklich gut getan, danke dafür!

Ein Punkt, mit dem ich bereits im letzten Jahr gehadert habe, ist der Umgang mit den echten Menschen aus dem Internet. Ich könnte für die #rp14 vermutlich eine Session darüber halten, wie man wunderbar drei Tage Re:publica überstehen kann, OHNE mit einem anderen Menschen zu sprechen. Geht. Wunderbar. Daher bin ich ganz froh, dass ich es dieses Jahr doch geschafft habe, mich zumindest ein bisschen aus meiner Kommunikationsverhedderung zu lösen. Die Belohnung waren dann wirklich tolle Menschen, zum greifen nah und in-echt.

Trotz der vielen Menschen, habe ich mich sehr wohl gefühlt und mich seltsamerweise nur ganz wenig geärgert, was für meine Maßstäbe wirklich selten ist. So ungewöhnlich, dass es mir am ersten Tag abends plötzlich auffiel: wow, keine negativen Emotionen gehabt. Gestört haben mich höchstens die hohen Preise für Essen und Trinken (außer: Kaffee für 1€, FTW!), weswegen ich hiermit auch meinen wohl unterschätztesten Begleiter der Konferenz nachträglich heilig sprechen möchte: Stulle is king! oder wie meine Käsebrote und Kekse mich vor einem Hungertot bewahrt haben. Obwohl ich wirklich viele Vorträge gesehen habe, bleibt das Gefühl, so viel verpasst zu haben, daher hole ich noch immer Vorträge auf Youtube nach.

Danke an das Team der Re:publica für alles. Es schweißt aber auch ungemein zusammen, wenn am Ende einer dreitägigen Konferenz ~3000 Menschen Bohemian Rhapsody im Chor singen. Ich hoffe, mein Mut und Willen hält sich noch eine Weile und ich finde meinen persönlichen Weg, den gewonnen Input entsprechend freizusetzen. Last but not least:

Multi-view Bohemian Rhapsody at re:publica 2013 from rha:publica on Vimeo.