Heimat als Hörspiel

Eine kleine Empfehlung an alle, die Berlin und Hörspiele lieben. Eine Ode der Hassliebe an diese Stadt, einleitende Worte, die ich auch schon so oft gespürt habe. Das ständige umherirren und kirre sein, das diese Stadt immer hervorbringt, gepaart mit den vielen Geschichten, die jede Ecke in einem hervorruft und die man manchmal gerne abstellen würde und sie manches Mal doch bewusst aufsucht. Kleine Monumente, an denen man bestimmte Phasen oder Gefühle der Vergangenheit verankert.

“Angst hab ich nie auf der Straße, in den Häusern, das ist nämlich meine Stadt, und ich kenn hier alles, jawohl, meine Stadt, da hab ich mit dem im Gras gelegen und da hab ich gestanden weil ich früher fort bin, weil der sich nicht umgedreht hat, auf dem Boot hab ich nachts gepicknickt und vor dem Museum hab ich zum ersten Mal die kleine Hand meines Neffen gehalten. Ich bewohne diesen Ort, zu jeder Zeit in jedem Alter, und stehe plötzlich irgendwo und denke, ich liebe diese Stadt, weil sie mich wieder überrascht hat, weil sie etwas organisiert hat ohne mir etwas davon zu sagen, einen Mann auf einer Brücke, der mir hinterher läuft, einen Mond im Wasser, ein Fest das drei Tage dauert.”

Das Hörspiel “Wege sein” von Judith Lorentz und Britta Steffenhagen, hier (SWR) zum Anhören.